Auch wenn das Wetter heute nicht viel Hoffnung auf trockene Füße machte, hielt es zumindest so lange durch, bis ich meine Runde beendet hatte. Und selbst wenn es anders gekommen wäre – gestört hätte es mich nicht.
Diese Woche fühlte sich irgendwie anders an. Nicht alles lief so rund, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber vielleicht liegt genau darin die eigentliche Aufgabe: das Beste daraus zu machen. Und genau das habe ich getan.
Ein Tag führte uns in die Badewelt nach Sinsheim – ein kleiner Erholungstag mit warmem Wasser, Ruhe und einfach mal nichts müssen.
Ein anderer zu einer guten Freundin. Ihr wisst ja, wie sehr ich diese Gespräche schätze. Ehrlich, offen, tragend.
Und danach ließ ich die Dinge einfach laufen. Manchmal braucht es genau das.
Ich benötige demnächst einen neuen Personalausweis. Und wie das so ist – plötzlich gibt es neue Vorgaben. Das Passbild muss digital sein. Also nichts mehr mit „mal eben schnell zu Hause machen“.
Nach meinem Besuch bei meiner Freundin entschied ich spontan: Wenn ich in Montabaur einen Parkplatz direkt bei meinem Lieblingsfotografen finde, dann ist jetzt der richtige Moment.
Auf dem Weg dorthin begann es zu schneien. Nicht gerade die beste Voraussetzung für ein gelungenes Passfoto. Und ehrlich gesagt glaubte ich selbst nicht so richtig daran.
Und dann war er da. Ein freier Parkplatz. Direkt vor der Tür.
Manchmal sind es genau diese kleinen Momente, die einen innehalten lassen. Schnell ein Parkticket gezogen – mit zwei zwanzig Cent Münzen. Zwanzig Minuten. Das musste reichen.
Ein bisschen Smalltalk, eine freundliche Auszubildende, die die Fotos machte – unkompliziert, schnell, angenehm. Und wie so oft entwickelte sich nebenbei ein Gespräch.
Dabei erfuhr ich etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Mein Lieblingsfotograf fotografiert nicht nur. Er restauriert Häuser. Und er schreibt eigene Songs. Mit einer Stimme, die wirklich besonders ist (ich durfte reinhören!). Seine Liebe zu Köln hat er sogar in einem Lied festgehalten.
Ich war ehrlich beeindruckt.
Irgendwann kamen wir auf meinen Blog zu sprechen. Und plötzlich bekam ich Tipps. Vom Profi. Direkt, ehrlich und unglaublich hilfreich. Vor allem bei meinen Kuchenbildern – zu langweilig (meine Meinung).
Und wisst ihr was? Er gab mir recht.
Aber genau so lernt man.
Zuhören. Annehmen. Ausprobieren.
Mit meinem Passbild und neuen Ideen im Kopf verließ ich gut gelaunt das Studio. Kaum im Auto, klingelte das Telefon. Mein nächster Termin – eigentlich erst eine Stunde später – war spontan vorgezogen worden. Ob ich früher kommen könnte?
Ich war fünf Minuten entfernt. Natürlich konnte ich.
Und so fügte sich auch dieser Moment ganz selbstverständlich in den Tag ein.
Kennt ihr das Gefühl, wenn sich Dinge einfach richtig anfühlen? Wenn eines ins andere greift, ohne dass man es groß planen muss?
Fast ein bisschen Gänsehaut.
Gestern Mittag griff ich dann zu einem Buch, das schon länger bei mir zu Hause lag. Und genau darin ging es um solche Momente. Um Wege. Um Entscheidungen. Um das Vertrauen, dass sich Dinge fügen dürfen. Inspiriert davon entstand eine Idee.
Ich habe das Buch eingepackt und an eine Freundin verschickt. Mit einer kleinen Bitte: Wenn es ihr gefällt, soll sie es an einen Menschen weitergeben, der es ebenfalls lesen sollte.
Meine Adresse steht im Buch. Und irgendwann – am Ende dieser Reise – darf es wieder zu mir zurückfinden. Ich bin gespannt, welchen Weg es gehen wird.
Und vielleicht hält der ein oder andere von euch in den nächsten Tagen einen etwas dickeren Umschlag in den Händen. 😊
Natürlich ließ mich diese Idee auch heute beim Laufen nicht los.
Gedankenverloren lief ich durch die Ortschaften, hinein in den Wald, der mich wieder nach Hause führt. Dort wollte ich ein Foto machen – vom jetzigen Moment. Und in ein paar Wochen werde ich genau dorthin zurückkehren, um den Frühling einzufangen.
Während ich mein Handy herausholte, raschelte es plötzlich neben mir. Zwei Rehe.
Für einen kurzen Moment standen sie da – aufmerksam, wach.
Ich habe versucht, sie zu fotografieren. Im Nachhinein würde ich sagen: Sie waren ganz normal groß. In dem Moment wirkten sie deutlich imposanter. Und genauso schnell, wie sie da waren, waren sie auch wieder verschwunden.
Ein kleiner Augenblick. Aber einer, der bleibt.
Einen Specht habe ich heute übrigens auch fotografiert. Zumindest glaube ich das. Zuhause stellte sich heraus: Man erkennt ihn nur, wenn man weiß, dass er da ist. Auch solche Fotos gehören wohl dazu.
Während ich weiterlief, dachte ich bereits an die kommende Woche. Ostern steht vor der Tür, und wir werden wieder Zeit mit der Familie verbringen. Ich habe verschiedene Dinge für unseren Brunch angeboten. Und wie so oft achte ich darauf, vieles bereits am Vortag vorzubereiten. Ein Gericht frisch am Tag selbst, der Rest gut geplant. Denn am Ende geht es nicht darum, alles perfekt zu machen – sondern darum, den Tag gemeinsam genießen zu können. Vielleicht ist das auch ein kleiner Tipp für euch.
Als ich schließlich wieder zu Hause ankam, war ich entspannt, zufrieden – und ein kleines bisschen stolz auf diesen Tag. Gebacken hatte ich übrigens schon am Morgen. Aus einem angepassten Rezept entstanden kleine Mandel-Törtchen. Eine einfache Zubereitung, diesmal vollständig beschrieben – und geschmacklich wirklich gelungen.
Manchmal sind es genau diese Kombinationen:
Ein bisschen Improvisation.
Ein bisschen Vertrauen.
Und ganz viel Gefühl für den richtigen Moment.
Bis bald
Tamara 💛
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