Frühlingserwachen zwischen Waldwegen und Gedanken

Veröffentlicht am 15. März 2026 um 15:39

Heute war ein richtig schöner Morgen zum Laufen. Die Temperaturen noch leicht frisch, kein Wind und trocken – optimal für mich. Langsam kommen auch wieder mehr bekannte Gesichter nach draußen. Und noch etwas fällt auf: Der Frühling kommt.

Nicht nur die Vögel sind deutlich zu hören, auch die ersten Blumen zeigen sich vorsichtig am Wegesrand. Der Wald erwacht, und in ein paar Wochen wird alles blühen. Dieser Kreislauf fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue. Er erinnert mich daran, dass es immer wieder einen Anfang gibt. Egal, welche schwere Zeit man gerade durchlebt oder welche Entscheidungen vor einem liegen – es geht weiter.

In meinem Leben habe ich schon einige sehr schwere Schicksalsschläge erleben müssen. Vielleicht weiß ich gerade deshalb, wie wertvoll einzelne Momente sind. Momente, die man bewusst wahrnimmt, erlebt und genießt. Und: Morgen kommt immer wieder ein neuer Tag.

Aber was ich heute daraus mache, kann ich jeden Tag selbst entscheiden.

Natürlich bringen Veränderungen auch Sorgen und Ängste mit sich. Doch wenn wir etwas nicht versuchen, werden wir nie herausfinden, wohin es uns hätte führen können. Mut ist die Kraft, die uns auf diesem Weg begleitet.

Während ich heute unterwegs war, lief ich an unzähligen Wahlplakaten vorbei. Einige Slogans haben mich dabei wirklich überrascht.

Politisch bewege ich mich nicht stark in die eine oder andere Richtung. Wenn Wahlen anstehen, lese ich mir tatsächlich die Wahlprogramme der Parteien durch. Grundsätzlich habe ich eine recht einfache Einstellung:

„Jeder soll nach seiner Fasson selig werden.“ Ein berühmtes Zitat von Friedrich II. von Preußen.

Doch bei Wahlen geht es um unsere gemeinsame Zukunft. Und immer wenn Wahlzeit ist, merkt man plötzlich, wie viele Parteien es gibt – von denen man vorher kaum etwas gehört hat. Alle versprechen sie das Beste.

Was mich dabei manchmal beschäftigt: Es wird oft sehr kurzfristig gedacht.

Aktuell geht es bei uns um die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Aber eigentlich stellt sich doch eine größere Frage: Wo wollen wir in Zukunft stehen? Wenn wir Kinder bekommen, haben wir meistens ein klares Ziel vor Augen. Mein Wunsch war immer, dass sie selbstständig werden und ihr Leben glücklich gestalten können. Ich hatte einen Zeitraum von etwa 18 Jahren im Blick – und wusste, worauf ich hinarbeiten wollte. Doch wie sieht das in der Politik aus? Wo stehen wir in 20 Jahren? Oder sogar in 50 Jahren?

Ich würde doch kein Unternehmen gründen und nach vier oder fünf Jahren sagen: „Schade, jetzt ist jemand anderer Geschäftsführer – also sabotiere ich ihn, damit er scheitert.“

Das Leben zeigt uns immer wieder, dass wir Umwege gehen müssen. Dass Pläne angepasst werden müssen. Aber das Ziel sollte doch bestehen bleiben.

Was ich mir wünschen würde, ist ein gemeinsames Bild für die Zukunft. Ein Ziel, in dem unsere Kinder aufwachsen können. Ein Land, in dem sie ihr eigenes Leben gestalten und diese Möglichkeiten später an ihre Kinder weitergeben können – getragen von einer starken Wirtschaft und einem respektvollen Miteinander. Ohne Neid. Ohne Missgunst. Mit dem Blick nach vorne.

Da ich noch eine Woche Zeit bis zur Wahl habe, werde ich mich in den nächsten Tagen einmal intensiver mit den Zukunftsplänen der einzelnen Parteien beschäftigen. Mal sehen, wer tatsächlich Visionen hat – und wer in der Vergangenheit welche Ergebnisse zeigte.

Ihr seht: Beim Laufen kommt man auf viele Gedanken.

Nachdem ich die letzten Wahlplakate hinter mir gelassen hatte, fand ich auch mein Tempo. Das ist immer der Moment, in dem ich merke: Meine Gedanken sind sortiert. Der Kopf wird frei, und das Laufen wird leicht.

Dann beginnt für mich die eigentliche Erholung.

Die Natur zeigte sich heute von ihrer schönsten Seite, und ich konnte die vielen kleinen Veränderungen bewusst wahrnehmen.

Zuhause angekommen stellte ich noch schnell den Kuchen fertig, den ich am Morgen bereits vorbereitet hatte: einen saftigen Eierlikör-Kuchen. Ein bekanntes Familienrezept, das einfach immer zur Kaffeerunde passt.

Vom Prinzip her ist er wie ein Marmorkuchen – nur mit Eierlikör und kleinen Mokkabohnen.

Mmh … einfach lecker. Habt ihr auch ein Familienrezept, das immer wieder auf den Tisch kommt?

Nächste Woche steht wieder eine unserer Familienwanderungen an.

Unser Ziel: Limburg.

Bis bald
Tamara 💛

Bewertung: 4 Sterne
3 Stimmen

Erstelle deine eigene Website mit Webador