Gestern war einmal alles anders. Keine Waldwege. Keine Nordic-Walking-Stöcke. Stattdessen fünf Frauen, eine große Stadt – und eine ziemlich ehrgeizige Shoppingidee. Aber ich fange besser von vorne an.
Wie ihr wisst, treffe ich mich unglaublich gern mit Freunden und Familie. Und so gibt es auch bei mir eine kleine „Mädelsgruppe“. Ja, wir sind alle längst erwachsen. Einige von uns haben sogar schon erwachsene Kinder. Aber ganz ehrlich – das ändert nichts daran, dass wir zusammen einfach eine wunderbare Zeit haben.
Ganz am Anfang trafen wir uns abends zum Essen. Doch auf dem Land sind die Möglichkeiten irgendwann ausgeschöpft. Also begannen wir, stattdessen verschiedene Frühstücksangebote auszuprobieren.
Unser absoluter Favorit ist inzwischen „Mein Bäcker" in Bendorf. Dort gibt es unter anderem türkisches Frühstück, das wirklich unbeschreiblich gut ist. Diesen Geheimtipp verdanken wir übrigens einer unserer Freundinnen.
Seitdem treffen wir uns alle zwei bis drei Monate zu einem gemütlichen Vormittag. Wir frühstücken, lachen und sprechen über alles, was uns gerade durch den Kopf geht. Manchmal kommen noch andere Freundinnen dazu – weil es sich einfach herumspricht, wie schön diese Treffen sind.
Der „harte Kern“ bleibt allerdings immer derselbe.
Vor etwa zwei Monaten entstand dann eine neue Idee: Warum nicht einmal gemeinsam shoppen gehen?
Gesagt, getan. Schnell war eine WhatsApp-Gruppe gegründet. Natürlich brauchte sie auch einen Namen – und so entstand ganz spontan „Shopping Queen WW“. Das „WW“ steht selbstverständlich für den Westerwald.
Gestern Morgen um neun Uhr ging es los. Eine von uns übernahm das Fahren – vielen lieben Dank an dieser Stelle. Ich weiß, dass du meinen Blog liest. Ohne dich wären wir vermutlich gar nicht so entspannt in den Tag gestartet. Sogar die erwachsene Tochter einer Freundin kam mit. Wir waren also eine kleine, wunderbar harmonische Gruppe. Unser Ziel: Köln.
Nach einer kurzen Parkplatzsuche – einmal fuhren wir tatsächlich an der Einfahrt des Parkhauses vorbei (das Navi war natürlich schuld) – gelang unserer Fahrerin beim zweiten Versuch eine wirklich schauspielreife Einlenkung. Sekunden später verschwanden wir elegant in der Tiefe des Parkhauses.
Fünf Frauen, große Vorfreude – und los ging unsere Shoppingtour.
Im ersten Geschäft passierte etwas sehr Typisches: Kaum waren wir drin, war plötzlich niemand mehr zu sehen. Zack – jeder verschwand in eine andere Richtung. Und da stand ich. Allein zwischen Kleiderständern.
Jetzt muss ich euch etwas gestehen: Ich tue mich unglaublich schwer damit, mir neue Kleidung auszusuchen. Am liebsten frage ich eine Verkäuferin (interessanterweise sehe ich dabei nie männliche Verkäufer) und lasse mich einfach beraten.
Doch in einer großen Stadt wie Köln läuft das etwas anders. Dort interessiert es nicht unbedingt jemanden, ob man Hilfe braucht. Also stand ich ein wenig hilflos in der Nähe der Kassen und wartete, bis eine meiner Freundinnen wieder auftauchte. Als sie fragte, ob ich nichts gefunden hätte, musste ich zugeben, dass mir das Aussuchen wirklich schwerfällt.
Und genau in diesem Moment kam eine Idee auf, mit der ich wirklich nicht gerechnet hätte.
Meine Freundin weiß, dass ich häufig mit ChatGPT arbeite und ziemlich begeistert davon bin. Aber dass ich mich davon einmal in Sachen Kleidung beraten lassen würde – darauf wäre ich selbst nicht gekommen.
Schwups machte sie ein Foto von mir, gab ein paar Eckdaten ein – Größe, Gewicht, ein paar Stilfragen – und kurze Zeit später hatten wir tatsächlich eine kleine Stilbeschreibung. Die Begeisterung war groß.
Und so standen wir plötzlich mitten in der Fußgängerzone von Köln, zogen Jacken aus, machten Fotos von vorne und von der Seite – und jeder wollte nun ebenfalls eine kleine Stilberatung bekommen.
Was die Menschen um uns herum gedacht haben, weiß ich nicht.
Aber ich kenne dort ja niemanden.
Und vermutlich hätten sie sich genauso über uns amüsiert, wie ich es getan hätte.
Mit diesen neuen „Einkaufstipps“ ging es dann weiter ins nächste Geschäft. Plötzlich hatte jeder etwas für jemanden entdeckt – und ich hatte so viele Kleidungsstücke auf dem Arm wie noch nie zuvor auf dem Weg zu einer Umkleidekabine.
Und zu meiner Überraschung: Etwa die Hälfte sah tatsächlich richtig gut aus. Da ich kein festes Ziel hatte, was ich unbedingt kaufen wollte, fiel das Aussuchen plötzlich viel leichter.
Von da an gingen wir deutlich koordinierter vor. Wir warteten immer, bis alle fertig waren, und gingen gemeinsam zu den Umkleiden – damit auch jeder die Meinung der anderen hören konnte. Nur eine Freundin hatte in diesem Geschäft weniger Glück.
Als sie schließlich zu den Kabinen kam und rief: „Wo seid ihr denn?“, öffneten sich plötzlich mehrere Türen gleichzeitig und wir schauten heraus.
Selbst die Verkäuferinnen mussten lachen. So etwas hätten sie noch nicht erlebt. Ab diesem Moment wurde der Tag erst richtig lustig.
Jeder probierte auch Dinge an, die er sich selbst niemals ausgesucht hätte. Zu enge Hosen, zu weite Oberteile, völlig ungewohnte Farben. Es passte nicht alles. Aber zum Lachen gab es immer etwas.
Und ausgerechnet ich – die sonst beim Einkaufen selten etwas findet – hatte am Ende die vollste Einkaufstasche. Und wie ist es mit euch. Könnt ihr euch allein Kleidung aussuchen oder braucht ihr auch eine zweite Meinung?
Meine Freundinnen waren sich einig: ChatGPT darf beim nächsten Shoppingtag wieder mit.
Wir haben zwischendurch herrlich indisch zu Mittag gegessen, später noch spanisch gesnackt und zum Abschluss gemeinsam einen Kaffee getrunken, bevor es wieder zurück Richtung Westerwald ging. Es war nicht nur ein Shoppingtag. Es war ein ganz besonderer Mädelsausflug.
Danke an euch alle, die dabei waren. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Runde von „Shopping Queen WW“.
Und weil ein Wochenende bei uns nie ohne Kuchen endet, gibt es auch dieses Mal einen. Der entstand allerdings schon zwei Tage vorher.
Am Donnerstagabend habe ich für unsere Nichten – Zwillinge – Feenstaub-Cupcakes gebacken. Die beiden feierten am nächsten Tag ihren siebten Geburtstag. Und da Einhörner, Prinzessinnen und alles Märchenhafte gerade hoch im Kurs stehen, durften die Cupcakes natürlich auch entsprechend aussehen. Bunt, glitzernd und ein echter Blickfang auf dem Geburtstagstisch. Es macht mir immer besonders viel Freude, für unsere Nichten und Neffen zu backen.
Heute stand dann noch ein weiterer Kuchen auf dem Plan: Der kleine Rum-Skandal – diesmal für meinen Vater, der morgen Geburtstag hat.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch das wieder ein schöner Tag wird. Und wer weiß – vielleicht gibt es beim nächsten Treffen wieder eine neue Geschichte zu erzählen.
Bis bald
Tamara 💛
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