Zwischen Kristallzucker und großen Träumen

Veröffentlicht am 15. Februar 2026 um 18:17

Es ist Fastnachtszeit. Und was darf da auf keinen Fall fehlen? Natürlich Quarkbällchen, oder besser gesagt "Die Regenbogen-Randale". Berliner – gefüllt oder ungefüllt – gehen zwar auch immer, aber Quarkbällchen sind schneller gemacht. Unkompliziert, warm, in Kristallzucker gewälzt. Manchmal braucht es gar nicht mehr.

Da ich mich heute wieder mit einer Freundin treffe, fand der Bewegungsteil dieses Wochenendes bereits gestern statt – nicht allein, sondern in Begleitung. Es ist ein Geschenk, jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem man wirklich über alles sprechen kann. Ohne Bewertung. Ohne vorschnelles Urteil. Gedanken dürfen einfach fließen. Laut gedacht, ausgesprochen, aufgefangen.

Wir liefen unsere altbekannte Strecke. Kein neues Terrain, keine Überraschungen – und genau deshalb Raum für das, was zwischen den Schritten entsteht. Wir sprachen über Situationen aus dem Alltag, über Begegnungen, über Dinge, die nachhallen oder vielleicht auch mal ärgern. Und das Schönste daran: ehrliche Rückmeldungen. Kein Beschönigen, kein Übergehen. Einfach echtes Zuhören.

Freundschaft auf hohem Niveau.

Gut, ich werde nicht sentimental – aber gerade in meinem oft sehr hektischen Alltag weiß ich solche Gespräche unglaublich zu schätzen.

Natürlich ging es auch um Träumereien. Diese kleinen Gedankenspiele, die den Blick heben und den Stress für einen Moment leiser werden lassen. Während wir so nebeneinander herliefen, erzählte ich von meinem Traum: vielleicht irgendwann einmal einen Foodtruck zu besitzen. Einen kleinen Wagen, aus dem am Wochenende Kuchen und Torten verkauft werden. Ein rollendes Stück Kuchenglück.

Wie das Wort schon sagt – es sind Träume. Vorstellungen, die den Alltag leichter machen. Ob daraus jemals Realität wird? Ich weiß es nicht. Aber allein der Gedanke daran fühlt sich gut an.

Herausforderungen schrecken mich grundsätzlich nicht. Im Gegenteil. Doch eine davon hat es in sich.

Das Gesundheitsamt verwies mich an die Lebensmittelkontrolle. Die Mitarbeiterin war ausgesprochen freundlich und erklärte mir detailliert, wie meine Küche beschaffen sein müsste. Mein Vorteil: Ich habe tatsächlich zwei Küchen. Mein kleiner Haken: In meiner Backküche steht auch ein wenig „Schnickschnack“ – so nannte sie es. Heizungskessel. Waschmaschine. Dinge, die dort offiziell nichts verloren haben. Diese müssten entfernt werden. Ganz einfach. Theoretisch. Praktisch natürlich nicht.

Eine mögliche Lösung wäre eine bauliche Abtrennung – und die Maschinen dürften während des Backens nicht laufen. Nun gut. Vielleicht reduziert man die Waschtage eben auf ein oder zwei feste Termine pro Woche. Unterm Strich heißt das: Es wäre machbar. Mit Investitionen. Mit Anpassungen. Mit Organisation. Ein verpflichtender Lehrgang käme noch dazu – ebenfalls kein Hindernis. Und dann kommt sie, die eigentliche Herausforderung.

Ich würde mich niemals auf dem Niveau eines Konditormeisters sehen. Was dort an Kunstwerken entsteht – filigran, präzise, beeindruckend – das ist eine eigene Welt. Und ich weiß, dass ich dort nicht stehe. Hätte ich damals meine Ausbildung als Konditorin gemacht, wäre das vielleicht anders.

Und hier kommt etwas, das nicht viele wissen: Mein allererster Ausbildungsvertrag war tatsächlich der einer Konditorin. Ich durfte die Lehre jedoch nie antreten. Aufgrund des Risikos einer möglichen Mehlstauballergie erhielt ich ein Beschäftigungsverbot. Manchmal nimmt das Leben eine andere Abzweigung, ohne zu fragen.

Es gäbe die Möglichkeit einer Sachkundeprüfung. Nicht ganz günstig – aber machbar. Nur: Was erwartet mich dort genau? Welche Theorie wird abgefragt? Welche Torten müssen innerhalb von sechs Stunden in der Praxis entstehen? Ihr seht – da sind noch einige Fragen offen. Im Moment warte ich auf eine Rückmeldung von einer Freundin, die sich erkundigen wollte, wie und ob ich mich gezielt darauf vorbereiten kann.

Und wisst ihr was? Älterwerden hat auch Vorteile.
Weil ich inzwischen „so alt“ bin, müsste ich nicht zwingend den klassischen Weg über Ausbildung und Meistertitel gehen. Ein kleiner Bonus des Lebensalters. Wer hätte gedacht, dass ich das einmal so sage?

Heute habe ich euch einfach einmal mitgenommen in meine Gedanken. Zwischen Kristallzucker und Paragrafen. Zwischen Fritteuse und Foodtruck.

Wird daraus etwas? Ich weiß es nicht.

Aber ich finde es schön, noch träumen zu können.

Und ihr – welche Träume tragen euch durch euren Alltag?

Bis bald
Tamara 💛

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