Wege zwischen Erinnerung, Stadt und Tiramisu

Veröffentlicht am 25. Januar 2026 um 18:45

Über die „Mordschau“ von Niedererbach in Richtung Malmeneich. Bei –3 °C und einem bewölkten Himmel war ich zunächst ganz für mich allein unterwegs – eine dieser stillen Wanderungen, bei denen man die eigenen Schritte besonders deutlich wahrnimmt.

Durch das Erbachtal ging es in den Wald, vorbei an der Quelle Elzer Tröpfchen. Kurz bevor man den Wald verlässt, führt der Weg nach rechts weiter in Richtung Malmeneich. Dort kam ich am Malmeneicher Wasserhäuschen vorbei – und mit ihm meldeten sich ganz unvermittelt Kindheitserinnerungen.

Wir liebten es, uns im Dorfladen eine Dose Coca-Cola für 50 Pfennige zu kaufen. Das war damals ein halber Wochenlohn vom Straßenkehren. Dazu Chips – No Name, von zu Hause eingepackt – und dann ging es zum Picknick an das Weröther Wasserhäuschen. In der Wiese liegen, die Sonne im Gesicht, die hart erarbeitete Cola trinken und Chips knabbern. Wir glaubten, uns gehöre die Welt. Und vielleicht tat sie das in diesen Momenten auch ein kleines bisschen. Mehr brauchte man nicht. Das war schön.

Von Malmeneich aus führte mich der Weg durch den nächsten Waldabschnitt weiter nach Hadamar. Hier ist deutlich mehr los: Wanderer, Hundebesitzer und Jogger begegnen einem auf Schritt und Tritt. Besonders gefallen mir in diesem Bereich die Fahrradhinweisschilder – gerade weil ich mich hier nicht so gut auskenne, sind sie eine echte Hilfe. Leider enden diese praktischen Wegweiser genau dann, wenn man den Wald verlässt.

Eines meiner Ziele an diesem Tag war der Weiersbach. Vor mir tauchten bereits die ersten Häuser auf, eindeutig Hadamar – nur wo genau ich mich befand, musste mir dann doch erst Google verraten. Anschließend ging es links vorbei an den Sportanlagen zum Weiersbach. Herrlich ruhig dort. 

Von hier war es nur ein kurzer Weg weiter zum Freibad. 

Danach führte mich der Weg über den Hexenschluchtweg, vorbei am Konviktsgebäude, in die Altstadt von Hadamar. 

Man passiert den historischen Gestütsstall, läuft weiter Richtung Amtsgericht und steht kurz darauf bereits am Rathaus. 

Die Sehenswürdigkeiten liegen hier dicht beieinander, sodass ich auch schnell an der Limburger Pforte der Hadamarer Stadtmauer ankam – mit dem angebauten Jesuitenkolleg.

Gedanken hatte ich hier kaum noch. Ich war zu sehr damit beschäftigt, Eindrücke und Bilder festzuhalten.  Anschließend ging es weiter von Hadamar nach Niederhadamar, zum Elzer Flugplatz und von dort über den bekannten Waldweg zurück nach Niedererbach.

Auf dem Heimweg fiel mir noch etwas ein, das ich euch gern erzählen möchte: Meine Webseite ist seit über einer Woche online. Und tatsächlich kam direkt auf der Arbeit eine Kollegin auf mich zu, die mir erzählte, wie begeistert sie davon ist. Sie hat früher in einer Patisserie gearbeitet und diesen Teil ihres Berufs sehr geliebt. Spontan bot ich ihr an, mir gern Rezepte zukommen zu lassen, die ich dann in meinen Beiträgen vorstellen könnte. Ich bin schon sehr gespannt, wann die ersten Rezepte bei mir landen.

Wieder zu Hause angekommen, kreisten meine Gedanken schnell um die heutige Torte. Valentinstag steht schließlich bald vor der Tür – auch wenn es mich jedes Jahr aufs Neue stört, dass plötzlich alles Herzform haben muss. Also suchte ich bewusst nach einem Rezept für eine 18-cm-Form. Kleine Torten mag ich eigentlich nicht besonders, denn die Arbeit ist die gleiche wie bei einer großen, reicht aber für deutlich weniger Menschen. Aber gut – Valentinstag ist Valentinstag.

Relativ schnell blieb ich bei einer Tiramisu-Torte hängen. Leicht, nicht zu süß und trotzdem richtig lecker. Ich backte einen Biskuitboden und färbte ihn mit Kakaopulver dunkel ein. Die Backzeit passte nicht ganz, also durfte der Boden noch fünf Minuten länger im Ofen bleiben und anschließend in Ruhe auskühlen.

Danach wurde der Kuchen zweimal waagerecht durchgeschnitten – bei dieser Größe zum Glück ganz unkompliziert. Währenddessen bereitete ich eine Sahne-Mascarpone-Creme vor. Alle Böden wurden mit Espresso getränkt, damit der klassische Tiramisu-Geschmack nicht fehlt. Schicht für Schicht entstand die Torte: Boden, Creme, Boden, Creme, Boden, Creme. Wer es fruchtiger mag, kann hier wunderbar frische Erdbeeren in die Schichten einbauen. Zum Garnieren eignen sich Erdbeeren, Himbeeren oder Johannisbeeren – doch zuvor wird die oberste Schicht ganz klassisch mit Kakao bestäubt.

Für mich ist diese Torte ein perfektes Mitbringsel, wenn man zum Essen eingeladen ist - und wie sie geschmeckt hat!

Nächste Woche berichte ich euch dann von unserer Familienwanderung.

Bis bald
Tamara

Bewertung: 4.2 Sterne
5 Stimmen

Erstelle deine eigene Website mit Webador