Heute startete mein Sonntag ganz anders als geplant – und genau das machte ihn wieder besonders. Bei angenehmen 2 °C ging es für mich erst gegen Mittag nach draußen. Ganz früh am Morgen stand nämlich spontan Besuch vor der Tür: Unsere Freundin aus Radevormwald kam überraschend zum Frühstück vorbei. Und wie das so ist, wenn man sich lange nicht gesehen hat – aus einem kurzen Frühstück wurde ein langes, gemütliches Zusammensitzen mit viel Lachen und noch mehr Gesprächen.
So blieb der Ofen am Morgen kalt und statt frisch gebackenem Kuchen wurde später etwas Leckeres aufgetaut. Erst gegen Mittag schnürte ich dann meine Schuhe und machte mich auf den Weg.
Vergangene Woche war die Landschaft noch bezaubernd weiß, still und fast märchenhaft. Heute zeigte sich der Westerwald von einer ganz anderen Seite: grau, matschig und nass. Und wisst ihr was? Ich fand es trotzdem wunderschön. Vielleicht gerade deshalb. Durch die andere Uhrzeit begegnete ich mehr Menschen als sonst, kurze Grüße wurden ausgetauscht, und auch das gehört für mich zu einem gelungenen Spaziergang.
Schöne Fotos zu machen war heute zwar deutlich schwieriger, doch dafür schärfte sich der Blick für andere Dinge. Ich lief die gleiche Strecke wie in der vergangenen Woche – und entdeckte dennoch Neues. Kleine Details am Wegesrand, Veränderungen in der Natur, Kleinigkeiten, die man leicht übersieht. Genau darum geht es doch: die kleinen Dinge wahrzunehmen, die das Leben so liebenswert machen und den Kopf wieder frei werden lassen.
Nach meiner Rückkehr packten wir den aufgetauten russischen Zupfkuchen sowie eine Himbeer-Mascarpone-Rolle und Plätzchen ein und machten uns auf den Weg zu unseren Eltern, um das Wochenende gemeinsam ausklingen zu lassen. Bei Kaffee und Kuchen begann dann auch gleich die Planung unserer nächsten Familienwanderung.
Falls ihr es noch nicht wusstet: Ich habe in eine Großfamilie eingeheiratet – und zwar wirklich eine große! Mein Mann hat fünf Geschwister, und fast jeder hat inzwischen Kinder. Die Altersunterschiede sind groß, aber genau das macht unsere gemeinsamen Ausflüge so besonders. Die Größeren können schon gut mitlaufen, und bei der Planung achten wir darauf, dass die Strecke nicht zu lang ist und ein Ziel hat, auf das sich alle freuen können – am liebsten ein gemütliches Lokal. Denn am Ende geht es nicht um Kilometer, sondern um gemeinsame Zeit.
Kann man einen Sonntag schöner verbringen?
Über diese Familienwanderung erzähle ich euch bald mehr – dafür müsst ihr euch allerdings noch ein wenig gedulden, denn dieser Beitrag erscheint erst in zwei Wochen.
Für die kommende Woche heißt es nun wieder: eine neue Strecke finden und sich einen neuen Kuchen überlegen.
Bis bald.
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